2. VSFF-Mitgliedertreffen in Elbogen(Bericht Dr. M. Treml)
3. Erfahrungsaustausch u.a. zu: NSDAP-Mitglieder im Sudetenland - Was bringt die Liste für meine FF?
(Quellen u.a.CD-ROM von 2008: Kdo byl kdo v Říšské župě Sudety ? Wer war wer im Reichsgau Sudetenland 1938–1945 ?Neu 2026:Liste der NSDAP-Karteikarten,vgl. Familia Austria)
Im Jahr 1944 waren etwa 8,5 Millionen Deutsche Mitglieder der NSDAP. Dies entsprach bezogen auf die Gesamtbevölkerung schätzungsweise etwa 10 bis 11 %. Bezogen auf die erwachsene Bevölkerung war somit etwa20%, alsoetwa jeder fünfte Deutsche, PG= Parteigenosse/in, wobei, über die „Alten Kämpfer" von 1923 hinaus, später die Mitgliedschaft oft Opportunismus oder Karrieregründen geschuldet war.
Im Sudeteland waren es bis 1945 528.000 Beitritte, bei 3,1 Mill. Sudetendeutschen 17 %, bezogen auf die erwachsene Bevölkerung ca.25%, deutlich mehr als im „Alt-" Reich. Die Beitritte erfolgten aus allen sozialen Schichten. Im Sudetenland war der Anteil der Angestellten und Beamten aber auch der Facharbeiter besonders hoch. Auch da war, wie im Reich und in Österreich, der Anteil der „Kinder des 1. Weltkriegs" , also der zwischen 1900 und 1915 Geborenen, beim Eintritt in die NSDAP sehr hoch.
Die am 16.Sep.1938 verbotene SdP (Sudetendeutsche Partei, Führung: Konrad Henlein) hatte 1935 in der Tschechoslowakei bereits 1,3 Mill. Mitglieder; es gab also keine „automatische Überführung" des Mitglieder der SdP in die NSDAP. Bei den Parlamentswahlen im Mai 1935 wurde die SdP zweitstärksten Partei im Abgeordnetenhaus der Tschechoslowakischen Republik; sie erreichte 44 Sitze (von insgesamt 300) des Abgeordnetenhauses und 23 im Senat.
Manch einer will heutzutage von seiner NSDAP-Mitgliedschaft nichts gewusst haben. Das Buch„Wie wurde man Parteigenosse?“zeigt aber eindrucksvoll, dass eine Aufnahme in die Nazipartei ohne eigenes Zutun fast ausgeschlossen werden kann. Die Mitgliedschaft in der NSDAP entstand nicht durch die Mitgliedschaft in einem der NS-Verbände (z.B. NS-Juristenbund, Reichsbund der Deutschen Beamten, NS-Lehrerbund, NS-Kriegsopferversorgung, NSD-Ärztebund, NS-Bund Deutscher Technik, NS-Volkswohlfahrt, Deutsche Arbeitsfront, NSD-Studentenbund, NS-Frauenschaft, NSD-Dozentenbund). Hitler strebte an, dass die Jugendlichen der HJ und des BdM als Erwachsene in die NSDAP eintreten und sie damit verjüngen.
Beim Beitrittsdatum sollten auch diesehistorischen Terminebeachtet werden:
a) 8./9. Nov. 1923 gescheiteterPutschversuchder NSDAP unter Adolf Hitler in München
b) 30. Jan. 1933 Ernennung AdolfHitlers zum Reichskanzler durch Reichspräsident Paul Hindenburg c) 13. März 1938 "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich - die (oft) nach diesem Termin in die NSDAP eingetretenden Sudetendeutschen galten in der NSDAP ironisch als „Märzgefallene" oder spöttisch als „Märzveilchen".
d) 29. September 1938Münchener AbkommenSudetendeutsche Gebiete (Rand der ČSR) an das Deutsche Reich.
e) 1. bis 10. Oktober 1938Besetzungdes Sudetenlands - begeisterter Empfang - vgl. Postkarte: Wir danken unserem Führer
g) 14 März 1939 dieSlowakeitrennt sich als eigenständiger Staat von der ČSR ab (" freiwilligen Unabhängigkeitserklärung" nach Hilters Drohung, das slowakische Gebiet andernfalls zwischen Polen und Ungarn aufzuteilen)
i) 1. September 1939: Mit dem Angriff Hitler-Deutschlands auf Polenbeginnt der 2. Weltkrieg
j) 7. Mai 1945: Generaloberst Jodl unterschreibt die bedingungsloseKapitulationDeutschlands im Hauptquartier der alliierten Streitkräfte. Während des Zweiten Weltkrieges wurden Schätzungen zufolge über 65 Millionen Menschen getötet.
Es kamen mehr Zivilisten um als Soldaten bei Kampfhandlungen.
Zusammenstellung Werner Honal
*) HdO = Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München ; S-Bahn Rosenheimer Platz
Das LokalBOHEMIA, im HdO unten, bietet Getränke wie Kaffee / Tee und Gebäck an.